Zurück in die Zukunft

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Süddeutsche Zeitung

Wie Science-Fiction Wissenschaftler inspiriert

Schon der allererste Science-Fiction-Roman war hanebüchen: Es leben Aliens auf dem Mond, gegen die Atemnot im All hilft ein feuchter Schwamm vor der Nase. Typische Science-Fiction-Kritiker von heute hätten abgewunken und „alles unrealistisch“ geschrien. Wüssten die aber den Namen des Urhebers, würde sich das niemand mehr trauen. Denn es war Johannes Kepler, der mit Somnium (lateinisch: Der Traum) eine fiktionale Traumreise zum Mond beschrieb – im Jahr 1608, einige Monate, bevor Galileo Galilei sein Teleskop auf die Sterne richtete und 376 Jahre, bevor Neil Armstrong seinen Fuß auf den Mond setzte.
Die Mondlandung war also 1969 eigentlich schon ein alter Hut. Zumindest, wenn man sie als das Ergebnis einer Idee, einer Geistesgeschichte betrachtet. Kepler beschreibt in seinem Roman eine Space Odyssee, spart nicht mit physikalischen Details über die Schwerelosigkeit im All und spekuliert über die Verhältnisse, die auf dem Erdtrabanten wohl herrschen mögen. Auch wenn Kritiker recht hatten, dass einiges nicht besonders realistisch ist, so war Keplers entscheidende Idee prophetisch. Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass auch Kepler nur einen Gedanken aufschrieb, der wiederum schon Jahrhunderte vorher in den Köpfen anderer geschwelt hatte, zum Beispiel in denen der antiken Schriftsteller Plutarch und Lukian. Kurzum: Science-Fiction als Literaturgattung ist viel älter, als die meisten glauben.
Die Mondlandung ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr der Gang der Welt und auch die Entwicklung der Wissenschaft und Technologie sich in den Geschichten zeigen, die wir lesen oder in Filmen sehen – und wie sehr diese wieder zurückspiegeln in die Wissenschaft.

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